Des Teufels Tochter

(von Kyoya)

Zu den Geschichten


Das vierte Kapitel
(ein Geschenk für Inukioke zum Geburtstag)


“Aang, glaubst du, du wirst Katara je wieder sehen?”
“Ich weiß es nicht”, antwortet Aang. “Ich weiß es wirklich nicht.” Aang fühlt wie sich Hoffnungslosigkeit in ihm breit macht. Ein schreckliches Gefühl. Er erinnert sich daran, wie es damals war, als er Katara das erste Mal sah. Sie war so wunderschön und liebreizend. So lange hatte er sich nicht getraut ihr seine Liebe zu gestehen. Und als der Moment endlich kam, sie sich zum ersten Mal geküsst hatten, da war es wie ein Traum. Es war einfach der schönste Moment in seinem Leben. Aber nun scheint alles vorbei zu sein. Jetzt ist er ein Liebessklave von irgendeiner durch geknallten Verrückten. Am liebsten würde er sterben, aber er darf nicht. Wenn er jetzt aufgeben würde, dann würde er Katara im Stich lassen und das wäre einfach unverzeihlich. Nein, denkt sich Aang. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ein Ruck geht durch ihn hindurch und die dunklen Wolken in seinem Kopf sind wie weg geblasen.
“Hör zu Zuko! Wir dürfen einfach nicht aufgeben und den Kopf hängen lassen. So schwer das alles hier auch sein mag, wenn wir jetzt resignieren lassen wir unsere Freunde im Stich. Ich bin sicher wir kommen hier raus und alles wird wieder gut. Ich liebe Katara und ich werde sie irgendwann Heiraten und Kinder mit ihr haben. Daran glaube ich ganz fest und das gibt mir die Kraft, das hier zu überstehen.”
Zuko blickt Aang verdutzt an und gibt einen leisen Pfiff von sich.
“Ich bin stolz auf dich und du bist sicher auch Katara´s ganzer Stolz. Aber sieh dich doch nur mal um. Man hat dich in einen Kerker eingesperrt. Es ist stockdunkel und so Scheiße kalt hier unten und man zwingt uns beide zu Sachen… nun ja, reden wir besser nicht drüber. Aber Tatsache ist, die Lage ist hoffnungslos. Wir beide werden hier verrecken und alle die wir kennen, werden uns vergessen. Katara wird sich einen neuen Mann suchen und glücklich werden. So ist das Leben nun mal. Wer anders denkt ist doch bloß naiv.”
“Deine Einstellung ist totaler Müll. Du hast dich schon aufgegeben. So kommen wir hier nie weg. Denk doch mal an Mai. Sie liebt dich. Willst du sie so einfach hängen lassen?”
“Ach, lass mich in Ruhe. Dein Geschwafel langweilt mich.”
Aang blickt verärgert in Zuko´s Richtung. So ein Blödmann, denkt er sich.

Währenddessen spielt Scarlett gelangweilt mit ihrer Sense.
“Vorsicht, Herrin!”, ruft Red verzweifelt, während er ihrer Sense immer wieder ausweicht. “Ihr könntet mich damit verletzen.” Red ist sozusagen Scarlett´s Haustier. Ein Gnom ähnliches Wesen. Erschaffen von ihrem Vater. Diese Gnome dienen nur zur Unterhaltung.
“Pffff, ja und”, sagt Scarlett verächtlich. “Ich werde es schon verschmerzen können.”
“Ja natürlich, Herrin. Ich mache mir halt nur Sorgen um sie”, schnauft Red und hüpft wie ein Gummiball durch die Gegend, um ihren Hieben aus zu weichen.
Nach einer Weile hat sie genug davon und schlägt mit ihrer Sense auf den Boden. Red ist erleichtert und verschwindet, denn er weiß schon was nun passieren wird. Die Kette fängt nun an sich zu bewegen.
Aang und Zuko schrecken auf. Dieses Geräusch hören sie gar nicht gern. Die Gittertür öffnet sich quietschend und Zuko spürt wie sich seine Kette spannt und ihn weg schleift.
“Verdammter Mist”, ruft er. “Geht das schon wieder los.”
Aang versucht Zuko zu helfen, doch die Kette an seinem Hals hindert ihn am Aufstehen. So kann er nur Hilflos mit anhören, wie Zuko in die Ferne gezogen wird. Seine Schreie werden immer leiser. Bis sie schließlich nicht mehr zu hören sind. Dann schließt sich die Gittertür wieder und die Kette an Aang´s Hals lässt locker. Sofort springt er hoch und rennt zum Gitter. Er ruft verzweifelt Zuko´s Namen. Doch es kommt keine Antwort. Aang fragt sich, warum nur Zuko geholt wurde und nicht auch er.
Die Tortur ist genau so schmerzhaft wie letztes Mal. Als die Kette endlich aufhört zu ziehen, ist Zuko völlig fertig. Fluchend liegt er am Boden und krümmt sich vor Schmerzen.
“Ich liebe es wenn Männer Leiden. Es erfüllt mich mit großer Befriedigung. Dich so da liegen zu sehen. Übersät mit Schürfwunden und das ganze Blut. Du wünscht dir bestimmt nichts sehnlicheres als endlich von dieser Qual erlöst zu werden. Oder?”
Zuko liegt hilflos am Boden. Durch das schwache bläuliche Licht kann er Scarlett erkennen. Sie steht zu seinen Füssen und blickt ihn mit ihren funkelnden Augen verächtlich an.
“Das hättest du wohl gerne”, sagt er und muss vor Anstrengung Husten. Dann sagt er weiter: ”Warum bin nur ich hier? Willst du mir und Aang nicht beim Liebesspiel zu sehen?”
Scarlett muss lachen. “Oh nein, diesmal nicht. Das war nur zum Vergnügen. Ein kleiner Zeitvertreib so zu sagen. Ich wollte euch Beide nur etwas demütigen. Nun ja, wie dem auch sei. Der Grund warum ich nur dich geholt habe, ist der, das du mir gefällst.”
Sie lächelt ihn an und zieht ihre Kapuze herunter. Zuko ist von ihrem Anblick wie verzaubert. So eine wunderschöne Frau hat er noch nie gesehen. Sie hat wundervolles schwarzes Haar. Ihre Haut sieht so zart und weich aus. Unter ihren Augen trägt sie schwarzen Kajal und ihre blasse Hautfarbe erinnert ihn an das edelste Elfenbein. An die Schmerzen denkt er gar nicht mehr. Stattdessen spürt er wie er Lust bei ihrem Anblick empfindet. Auch Scarlett bemerkt die Beule in seiner Hose.
“Wie ich sehe gefalle ich dir.”
Sie beugt sich zu ihm hinunter und streichelt mit ihrer Hand über seine Haut. Zuko muss schlucken. Ihre kalten Hände kühlen und lindern die Schmerzen. Sie reißt ihm die zerfetzte Kleidung vom Leib, so das er splitternackt vor ihr liegt. Nun leckt sie mit ihrer Zunge voller Gier über seine Wunden und genießt den Geschmack des Blutes. Sie stöhnt leise auf und blickt ihm direkt in die Augen. Zuko ist wie Hypnotisiert. Ihr Anblick fesselt ihn. Er würde sie so gerne berühren, doch er hat keine Gewalt über seinen Körper.
“Ich will das du mir gehörst. Verstehst du? Und zwar für alle Ewigkeit.”
Zuko nickt nur mit dem Kopf und genießt ihre zarten Berührungen. Dann plötzlich verzerrt sich ihr Gesicht und ihre scharfen Eckzähne treten hervor. Gerade will sie ihn in den Hals beißen, als plötzlich ein lautes NEEEEIIIIIINNNNNNNN durch die Höhle dröhnt. Scarlett weicht zurück und kniet demütig auf den knien.
Der ganze Raum lodert nun flammen Rot. Zuko neigt seinen Kopf zur Seite und erkennt eine unglaublich furchteinflösende Gestalt. Sie ist sehr groß und hat Hörner auf dem Kopf.
“Vater”, sagt Scarlett mit gedämpfter Stimme. Sie scheint große Angst zu haben. “Es ist nicht das was du denkst.”
“Oh ich denke doch”, antwortet er und dabei erbebt die Höhle. “Du bist noch viel zu jung um dir einen Mann zu nehmen. Irgendwann, wenn ICH es dir erlaube, darfst du dir einen Mann zur Paarung suchen. Ich habe es natürlich mit bekommen das du dir zwei so erbärmliche Menschenkreaturen zu Sklaven genommen hast. Aber ich dachte die wären nur zum spielen. Habe ja nicht ahnen können das du sie für eine eventuelle Paarung in betracht ziehst.” Der Teufel muss Schluchzen und sich eine Träne verkneifen. “Ach ja, meine kleine wird langsam zu einer Frau. ABER NOCH NICHT JETZT. HAST DU VERSTANDEN?” Brüllt er so heftig, dass die Höhle Risse bekommt.
“Ja natürlich, Vater. Es tut mir Leid”, erwidert Scarlett mit zittriger Stimme.
“Ich will das du die Beiden auf der Stelle frei lässt. Verstanden?”
“Ja… ja sicher. Ich werde sie sofort frei lassen.”
“Schön”, sagt er und verschwindet.
“Wie kann er es nur wagen, mich noch immer wie ein kleines Kind zu behandeln.” Scarlett ist unheimlich verärgert, aber sie muss sich den Wünschen ihres Vaters beugen. Sie blickt Zuko voller Sehnsucht an und flüstert ihm ins Ohr: “Eines Tages, Geliebter! Sehen wir uns wieder. Versprochen! Aber jetzt muss ich dich frei lassen. Geh mit deinem Freund und suche meine Schwester. Sie und eure Freundin suchen nach unserer Mutter. Ich hoffe ihr findet sie. Auch ich vermisse sie.”
Dann nimmt Scarlett ihre Sense und schlägt ein paar Mal auf den Boden. Das Halsband an Zuko´s Hals löst sich und in der Decke bildet sich ein Spalt. Er schwebt in Richtung Oberfläche. Doch das ganze nimmt er kaum noch wahr. Die Erschöpfung gewinnt Oberhand und so gleitet er in die Bewusstlosigkeit über, während er dem Licht entgegen schwebt und nur noch denkt: “Ist es vorbei? Ist es endlich Vorbei? Ist dass das Ende? Komme ich jetzt tatsächlich in den Himmel?”


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